Der Kakadu National liegt östlich von Darwin, der Hauptstadt des Northern Territory. Der Name hat nichts mit den auch in Australien weitverbreiteten Kakadoos zu tun, sondern geht zurück auf Gagadju, denn so nennen die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, die Region. Da der Kakadu National Park sowohl uralte Felszeichnungen aus der “Traumzeit” der Ureinwohner, als auch ein einmaliges Ökosystem mit einem großen Artenreichtum aufweist, wurde er 1981 von der UNESCO als World Heritage Park sowohl in die Liste der Weltnaturerbe, als auch die der Weltkulturerbe aufgenommen.
Berühmt wurde der Nationalpark auch durch den Film Crocodile Dundee. Doch mit den Krokodilen könnt es bald zu Ende sein. Denn an der Westküste Australiens wurde die Agar-Kröte, die ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammt, ausgesetzt, um die Schadinsekten auf den Zuckerrohrplantagen zu bekämpfen. Doch diese Riesenkröte hat sich schnell bis in den Norden ausgebreitet und inzwischen auch den Kakadu National Park erreicht. Das Hautsekret der Kröte enthält einen hochgiftigen Schleim, an dem selbst Krokodile, die die Aga Kröte erbeuten, zu Grunde gehen können.
Der Nationalpark nimmt eine Fläche von etwa 19.000 qkm ein und weist eine Vielzahl von Lebensräumen auf von den zwischen November und Mai überschwemmten Feuchtgebieten des Tieflandes bis hinauf auf das trockene Sandsteinplateau. In den Feuchtgebieten finden zahlreiche Wasservögel optimale Nahrungs- und Brutbedingungen.
Von hier aus drangen vermutlich vor 40.000 bis 60.000 Jahren die ersten Melanesier, die hier zum ersten Mal den fünften Kontinent betraten, ins Hinterland Australiens vor. Filigrane Felszeichnungen legen Zeugnis ab von dieser Traumzeit. Man sieht jagdbare Beutetiere, Menschen und schamanenähnliche Geister. Die Konturen, innere Organe und Skelette wurden in Weiß, Körperoberflächen und Bemalungen in Ockertönen, Rot und Schwarz ausgemalt. Diese Naturfarben sind immer noch gut erhalten. Erst im 18. und 19.Jahrhundert nahmen weiße Siedler die Region rund um Darwin in Besitz und verdrängten die Ureinwohner.
Den Nationalpark besucht man am besten während der Trockenzeit zwischen Mai und Oktober. Während der Regenzeit dagegen sind die vielen nicht-asphaltierten Pisten unpassierbar.