Seychellen – Vallée de Mai (UNESCO Weltnaturerbe)
Das Vallée de Mai auf der Insel Praslin der Zentralen Seychellen wird dominiert vom letzten geschlossenen Bestand der sagenumwobenen Coco-de-Mer Palmen, einem Relikt aus der Zeit, als der Seychellenbogen noch eine große zusammenhängende Insel und Zentrum des Urkontinentes Gondwana war. Diese Coco-de-Mer Palmen stellen einige Rekorde im Pflanzenreich. Sie haben die größten Samen, so eine Coco-de-Mer Nuss kann bis zu 20 kg wiegen. Und jede weibliche Palme kann bis zu 40 solcher Riesennüsse in ihren Wipfel tragen. Die Keimzeit einer am Waldboden liegenden Coco-de-Mer-Nuss kann 7 Jahre betragen, dann treibt sie dünne Wurzeln aus und bildet die ersten Keimblätter. Junge, halbwüchsige Palmen bilden riesige Palmwedel, Blatt und Stiel können 15 m lang sein. Die Coco-de-Mer Palme wird erst im Alter von 60 Jahren geschlechtsreif. Die weibliche Palme ist leicht an den Nüssen zu erkennen, deren Form leicht erotische Assoziationen an das weibliche Becken wecken und daher als die verbotene Frucht aus dem Garten Eden gedeutet werden. Und die männlichen Palmen sind an den bis zu 1m langen dunkelbraunen, mit gelben Blüten besetzten Samenträgern zu erkennen, die wiederum Assoziation zu menschlichen Pendant wecken. Diese Coco-de-Mer Palmen können bis zu 800 Jahre alt werden! Am Eingang des Vallée de Mai steht solch ein Methusalem und ist immer noch „aktiv“, von den Sechelois hat er daher den Spitznamen „Casanova“ bekommen. Lange Zeit wusste man nichts von den tief im Inselinneren Praslin verborgenen Coco-de-Mer – Palmen. Die ersten Nüsse fand man an den Stränden der Malediven, wohin sie über Tausende von Kilometern übers Meer angeschwemmt wurden. Daher der Name Coco-de-Mer – Nuss des Meeres.
John Hore, Direktor des Botanischen Gartens von Pamplemousse in Mauritius, besuchte die Seychellen 1874, schlug bereits damals Alarm und ihm ist es zu verdanken, dass der seinerzeit schon stark dezimierte Bestand an Coco-de-Mer -Palmen durch einen britischen Fond gerettet wurde und das letzte größere Vorkommen dieser einzigartigen Palme, das Vallée de Mai unter Schutz gestellt wurde. Es kommt jedoch immer wieder zu Rückschlägen: So vernichtet 1963 ein verheerenden Brand auf der Nachbarinsel Curieuse den gesamten Baumbestand und damit auch alle Coco-de-Mer Palmen. Seit einigen Jahren wird im Rahmen eines Wiederaufforstungsprogramms versucht, die Coco de Mer auf Curieuse wieder anzusiedeln -bei den langen Entwicklungszeiten von Samen und Jungpflanze ein äußerst mühsames Geschäft. 1990 wütete ein Feuer auf der Ostseite der Insel Praslin und vernichtete den zweiten Bestand der Coco-de-Mer. Auch das Vallée de Mai blieb nicht von Bränden verschont. Daher hat man eine breite Feuerschneise rund um den Nationalpark gelegt, um künftig ein Übergreifen derartiger Brände auf das Zentrum des Tales zu verhindern.
Das Vallée ist auch das Rückzugsgebiet des Black Parrot, des schwarzen Seychellen Wasa-Papageis, einer Unterart des Madagaskar – Wasa – Papageis. Nach anfänglichen Erfolgen zum Schutz der Nester, die in Baumstümpfen in Bodennähe angelegt werden und von streunenden Katzen bedroht sind, die Zahl dieser Papageien von 80 wieder stark zurück. Im Dämmerlicht der Coco-de-Mer Palmen ist der Black Parrot häufig zu hören, aber kaum zu beobachten. Spätnachmittags fallen kleine Gruppen der Papageien lärmend in die angrenzenden Obstplantagen und Gärten ein, um sich über Papayas und Bilimbi – Früchte herzumachen, dort sind sie dann oft auszumachen. Im Schatten des dichten Palmenwaldes im Vallée de Mai kann man mit etwas Glück auch Tiere beobachten, die anderswo nachtaktiv sind – z.B. das Seychellen – Tigerchamäleon, den Bronzefarbene Nachtgecko, Baumfrösche und andere Amphibien.